Ist ADS eine Modekrankheit?

Ich bin seit Jahren ADSler, habe es aber nicht gewusst. Im Unterbewusstsein spürte ich, dass irgendwas nicht stimmt, aber ich konnte es nicht begreifen/verstehen. Den entscheidenden Hinweis erhielt ich in einem Gespräch mit einer Person, die selber ADSler ist.

SEITDEM ich weiß, dass ich eine hypoaktive Mischform des ADSlers "bin" (ich schreibe BEWUSST von "BIN" NICHT "HABEN"), erkenne ich mehr und mehr Zusammenhänge und Reaktionen in meinem Denken und Handeln, sowie im Körper.

In all den Jahren habe ich gelernt auf die kleinsten Signale des Körpers zu achten und gerade das, hat mir sehr geholfen, mich aus einigen Löchern zu ziehen. Ich könnte von jahrelangen Schmerzattacken erzählen und vor allem den nervlichen Anspannungen und Kämpfen psychologischer Art während all dieser Zeit! 

Ich könnte von meiner Impulsivität erzählen, die ich in meiner Begeisterung für manches Thema hatte und die aber sehr oft falsch aufgefasst wurde, von den vielen Missverständnissen, die entstanden sind. Von der Odyssee verschiedener Ärzte, Psychologen, Krankenhäuser, deren einziger Befund "vegetative Dystonie" oder "Hypochonder" war!

Jahrelang dachte ich, dass ich derjenige sei, der "spinnt". Mit all diesem Wissen habe ich mich hinter einer dicken Mauer verschanzt. Ich griff nach JEDEM Strohhalm, der sich mir bot. Es gab viele Rückschläge, viele Enttäuschungen, viele Bruchlandungen! Aber; aus jeder bin ich immer wieder aufgestanden und aus jedem Fehler habe ich meine Rückschlüsse gezogen! Hier kam die Fähigkeit des ADSlers total quer zu denken zutage. Und diese half mir, all das oben erwähnte wie einen schweren nassen Mantel abzulegen.

ADS ist keine Modekrankheit, die fast "modern" geworden ist, wie mir ein ehemaliger Hausarzt mal in einer fast spöttischen Art und Weise entgegnete, sondern sie gab es auch schon früher. Beispiel: Hippokrates beschreibt in einem Krankheitsbild um 450 v. u. Z. mit einem "Überwiegen des physikalischen Feuers gegenüber dem Wasser!" Sein Behandlungskonzept war klassisch "diätetischer" Natur und umfasste sowohl körperliche, geistige als auch musische Ertüchtigung, sowie eine spezielle Ernährungsweise.

So empfiehlt er Gerste oder Dinkel statt Weizen, mehr Fisch (wegen der Omega-Fettsäuren) statt Fleisch. Wasser als Getränk. Fisch ist für einen ADSler zu bevorzugen, wegen der Einnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren, deren Wirksamkeit auch in der Forschung von ADS bestätigt wurde.

Wobei hier darauf zu achten ist, dass auf eine HISTAMIN- sowie LACTOSE-INTOLERANZ zu achten ist, unter der sehr viele ADSler leiden. In den letzten Jahren - auch dank der modernen Medien - wird ADS immer häufiger diagnostiziert, wobei die Zahlen erheblich variieren.

Eine Studie der deutschen Bundesregierung hat gezeigt, dass FAST EIN VIERTEL der Kinder und Jugendlichen in Deutschland davon betroffen sind. Die Hoffnung - wie früher von den meisten Ärzten prognostiziert - die Krankheit würde sich im Alter "auswachsen" hat sich leider nicht bestätigt. Bis zu 2/3 der betroffenen Jugendlichen und Kinder behalten das Problem, wenn auch etwas verändert, im Erwachsenenalter.

Das Perfide daran ist, dass man ADS a) nicht als "Krankheit" im eigentlich Sinne bezeichnen kann und b) selbst viele Ärzte damit nicht recht viel anfangen können. Der Übergang von "normal" zu "krank" ist gerade beim ADS nicht scharf zu bestimmen. Die Grenzlinie hängt stark von der Bewertung des Umfeldes - zum Beispiel der Familie, Schule, Bildung usw. - ab. Mit anderen Worten: Was ist gesellschaftlich akzeptiert?! Wo fängt ADS an!?

Unsere Kultur - die wir uns erschaffen haben - legt besonderen Wert auf permanente geistige Aufmerksamkeit, nicht auf Impulsivität und Bewegungshunger. Die Schlagwörter sind: Ausbildung, Fortbildung, der alltägliche Stress usw. In Verbindung mit einer falschen, unausgewogenen Ernährung, deren Inhaltsstoffe zwar MOMENTAN nicht schädlich wirken, deren WIRKUNG aber auf die DAUER homöopathisch verändernd wirkt! Beweise dafür gibt es für den aufmerksamen Leser ebenfalls genug. In diesem Sinne ist ADS auch ein Produkt der sozialen Normen.

Warum gibt es so viele hyperaktive Kinder und Jugendliche, die den Unterricht stören, Schwierigkeiten bekommen und dann mit der Zeit mehr und mehr auf die schiefe Bahn geraten können? Dieses System, welches WIR uns erschaffen haben und in dem WIR leben, ist GIFT für einen solchen Menschen (nicht nur für diesen). Es ist nicht nur die mangelnde Erziehung, es sind noch viel mehr Faktoren, die wie erwähnt, mitspielen.

Folgendes Buch sei zu empfehlen, aus dem ich auch einige Argumente herausgenommen habe:

ADHS bei Erwachsenen - die Nährstofftherapie. Schlüttersche Verlag ISBN 3-89993-410-1 Autoren: Prof. Dr. troph. Michael Hamm, Ernährungswissenschaftler und Hochschullehrer in Hamburg und Dr. med. Mirko Berger, Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesie in Hamburg, der sich auf Homöopathie und naturheilkundliche Verfahren spezialisiert hat!